40 Jahre Kombinierter Verkehr Straße-Schiene in Europa 22/10/10

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Die Internationale Vereinigung der Gesellschaften für den kombinierten Verkehr Schiene-Straße (UIRR) feierte am 21. Oktober 2010 ihr vierzigjähriges Bestehen. An dem Ereignis nahmen 200 Vertreter aus allen Interessengruppen des kombinierten Verkehrs Schiene-Straße teil. Es folgte ein Gala Dinner in dem außergewöhnlichen Atrium der Brüsseler Börse.

Schon Ende der sechziger Jahre hatten Staus, Unfälle und Umweltprobleme des Straßenverkehrs einen Umfang erreicht, dass man nach Auswegen suchte.  Darüber hinaus machte spätestens die erste Ölkrise die Endlichkeit des Ressourcen deutlich.  Der Kombinierte Verkehr bindet den (elektrischen) Schienenverkehr effizient in moderne Transportketten ein, indem er Güter über längere Abschnitte ihrer Reise in Form von beladenen Lastwagen oder verpackt in Containern, Sattelzügen oder Wechselbehältern (zusammen: intermodale Ladeeinheiten) transportiert.

Es waren Operateure des kombinierten Verkehrs, die damit begannen, die Verbindung zwischen Straße und Schiene herzustellen, indem sie Dienstleistungen ersannen (z. B. geschlossene Züge, die anschließend auf Waggonbasis an Straßentransportunternehmer oder Logistikfirmen verkauft werden), Verwaltungsdienste ausbauten und manchmal sogar Terminals und komplette Züge selben betrieben.

Im November 1970 kamen acht Operateure des kombinierten Verkehrs in München zusammen, um die Internationale Vereinigung der Gesellschaften für den kombinierten Verkehrs (UIRR) zu gründen. Die UIRR sollte zur Entwicklung dieses Wirtschaftszweiges beitragen, der sich damals noch in den Kinderschuhen befand. Dieses Verbindungsbüro in Brüssel betreibt Lobby-Arbeit für ein günstiges legislatives Umfeld und damit Dienstleistungen wie die Sendungsverfolgung oder einförmige Datenmeldungen, die die täglichen Arbeitsabläufe erleichtern, organisiert werden.

Die UIRR zählt heute 18 Mitglieder, deren Netzwerk sich über den gesamten Kontinent ausdehnt. Jeder vierte Güterzug fährt für den kombinierten Verkehr. Die jährliche Wachstumsrate für diese Art des Gütertransports betrug in den letzten zehn Jahren durchschnittlich 7 Prozent.

Zwar erschütterte die Wirtschafts- und Finanzkrise der letzten Jahre auch den kombinierten Verkehr und machte beinahe 3 Jahre der Entwicklung zunichte, jedoch zeigt der Verkehr seit Anfang 2010 wieder ein dynamisches Wachstum. Dank des kleinen CO2- Fußabdrucks der elektrischen Schienentraktion steht der kombinierte Verkehr an der vordersten Front, wenn es um modale Verlagerung geht. Er überträgt Tonnenkilometer von der Straße auf die Schiene und reduziert so die verhältnismäßigen CO2-Emissionen um bis zu 60%!

Auf den kombinierten Verkehr Schiene-Straße kann im Hinblick auf die CO2-Reduzierungsziele, die sich die Europäische Union bis 2020 gesetzt hat, nicht verzichtet werden. Diese Ziele können ohne eine bedeutende Reduzierung der verkehrsabhängigen Emissionen nicht erreicht werden.

Etienne Schouppe, der belgische Staatssekretär für Mobilität und Verkehr und Vorsitzende des Europäischen Rats der Verkehrsminister sagte auf der Konferenz: „Ich hoffe sehr, dass der bahnbrechende Beschluss des Rats der Verkehrsminister am 15. Oktober, auf dem wir die Überarbeitung der Eurovignette-Richtlinie verabschiedet haben, den Beginn eines Prozesses zur Schaffung eines Umfeldes markieren wird, in dem fairer Wettbewerb zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern herrschen wird.

„Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind“, kommentierte Rudy Colle, der geschäftsführende Präsident der UIRR, „das heißt, Terminal-Kapazitäten ausgedehnt, die Eisenbahninfrastruktur verbessert und Interoperabilität erreicht werden, ist der Kombinierte Verkehr mit Sicherheit in der Lage, über einen längeren Zeitraum ein jährliches Wachstum von 7% zu erreichen.

Rund die Hälfte der Tonnenkilometer auf den europäischen Straßen geht über Entfernungen von über 300 km, eine üppige Quelle für das zukünftige Wachstum des Kombinierten Verkehrs. Wenn man theoretisch annimmt, dass der Kombinierte Verkehr an der Verbringung dieser Sendungen beteiligt wäre, würde allein dies die CO2-Emissionen des Straßentransport um über 30% verringern.

 

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