KV-Aktionsplan 2050 der UIRR 23/01/13

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Der europäische Kombinierte Verkehr Schiene-Straße steht vor vielfältigen Herausforderungen: (i) heftiger Preiswettbewerb für die Nachfrage, die kurzfristig negativ von der Wirtschaftskrise betroffen ist, während (ii) die im EU Weißbuch für den Verkehr 2011 vorgestellte Herausforderung das Ziel setzt, 30% der Tonnenkilometer im Straßengüterfernverkehr auf längeren Strecken (Distanzen von 300 km und mehr) auf nachhaltige Verkehrsträger zum Jahr 2030 und 50% zum Jahr 2050, zu verlagern. Diese Herausforderungen werden durch die grundlegende Umstrukturierung des europäischen Eisenbahnsektors - ein strategischer Zulieferer des Kombinierten Verkehrs - komplizierter, die zum Ziel hat, Hindernisse für die Verbesserung der Qualität zu beseitigen und den Schienenverkehr in seiner Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Die UIRR, Internationale Vereinigung für den Kombinierten Verkehr, hat einen Entwurf für ein Positionspapier mit dem Titel „Combined Transport Roadmap 2050“ ausgearbeitet, die die für den Kombinierten Verkehr notwendigen Aktionen zusammenfasst, um diese Herausforderungen erfolgreich anzunehmen und die von ihm erwartete Leistung zu liefern.

 

Übergabe des Positionspapiers der UIRR durch den Präsidenten, Robert Breuhahn, an
Dr. Mathias Ruete, Generaldirektor DG MOVE während eines Treffens am 22 Januar 2013 in Brüssel

 

Die vorgeschlagenen Maßnahmen wurden in vier Teile gegliedert:

 

  • Teil I. Verbesserung der Qualität des Schienengüterverkehrs: mehr Transparenz, mehr Wettbewerb, neue Konzepte, um ein effizienteres Verkehrsmanagement zu ermöglichen, verstärkte Ressourcen auf europäischer Ebene, um den strukturellen Übergang des Sektors zu unterstützen
  • Teil II. Ausbau der Infrastrukturkapazitäten: einheitliches Lichtraumprofil (P400 oder UIC GC), Zuglänge (750m) und Achslast (22,5 t) über alle Korridore für den Schienengüterverkehr, die Messung des bestehenden Lichtraumprofils auf kritischen Strecken, deutliche Kapazitätssteigerung durch ERTMS und Beseitigung von Engpässen, Bau von spezifischen Gleisen für den Güterverkehr, Umgehungsstrecken für Ballungszentren und Förderung der Errichtung neuer (Open-Access)-Terminal-Kapazitäten.
  • Teil III. Faire intermodale Wettbewerbsbedingungen: Einführung einer obligatorischen entfernungsabhängigen Infrastrukturgebühr mit einem Faktor „Infrastrukturknappheit“, Internalisierung von externen Kosten durch eine übergeordnete Reform der Verkehrsbesteuerung, Aufrechterhaltung des Verbots des grenzüberschreitenden Verkehrs von Megatrucks.
  • Teil IV. Fördermaßnahmen zur dynamischen Entwicklung des Kombinierten Verkehrs: Aufrechterhaltung des zulässigen Gesamtgewichts 44t und der bestehenden Ausnahmen von den Fahrverboten für LKW im Vor- und Nachlauf und deren Befreiung von bestimmten Internalisierungszuschlägen, die Sicherstellung der KV-Anbindung von Wirtschaftsstandorten, die bisher nicht an das Schienennetz angeschlossen sind, Umstrukturierung des Marco Polo Programms sowie Anleitung für eine effiziente Kanalisierung von Staatshilfen und Fördern der Verbreitung von kranbaren Sattelaufliegern.

 

Die UIRR ist überzeugt, dass die langfristige Wachstumsrate des Kombinierten Verkehrs auf der Ebene von 6-7% pro Jahr wieder erreicht werden kann, die in den zehn Jahren vor der Wirtschaftskrise realisiert wurde und die notwendig wäre, um das EU-Ziel der Verkehrsverlagerung auf nachhaltigere Landverkehrsträger zu gewährleisten, wenn die notwendigen Maßnahmen und Investitionen getätigt werden.

Entsprechende Dokumente
KV-Aktionsplan 2050 EN
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