Seidenstraße auf der Schiene kaum Corona-beeinträchtigt 23/03/20

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Source: https://www.msn.com/de-at/finanzen/unternehmen/seidenstra%C3%9Fe-auf-der-schiene-kaum-corona-beeintr%C3%A4chtigt/ar-BB11wM58?MSCC=1584858192&ocid=spartandhp

 

Seidenstraße auf der Schiene kaum Corona-beeinträchtigt

Dem Containerverkehr auf der Eisenbahnroute der Seidenstraße scheint die Corona-Krise bisher kaum zugesetzt zu haben. Der Geschäftsführer von UTLC ERA (United Transport and Logistics Company - Eurasian Rail Alliance), Alexey Grom, sagte gegenüber der APA, dass im Jänner und Februar lediglich die Zuwächse nicht die erwartete Höhe erreicht hätten.

UTLC ERA ist ein Dienstleister für Containertransporte auf der Schiene zwischen Europa und China und gehört den russischen, kasachischen und die belarussischen Staatsbahnen. "Im Jänner und Februar dieses Jahres stieg das Transportvolumen mit 47.000 beförderten Standardcontainern (TEU) um zwölf Prozent gegenüber demselben Zeitraum im Vorjahr", sagte Grom. "Das sind 550 Containerzüge zwischen Europa und China seit Beginn dieses Jahres."

Von Januar bis Februar betrug das Wachstum des Transportvolumens beladener Container von UTLC ERA aus China mehr als 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die europäischen Kunden waren in dieser Zeit noch aktiver. Das Wachstum des Transportvolumens beladener Container von Europa nach China in den ersten beiden Monaten dieses Jahres übertraf das Vorjahresvolumen um mehr als 60 Prozent. Damit sei der Anteil der leer in den Osten zurück geschickten Container deutlich gesunken.

Im Februar seien beispielsweise die ersten beiden Züge vom deutschen Hafen Mukran nach Asien geschickt worden, die komplett mit Produkten aus Schweden beladen waren. "Das war der erste multimodale Transport aus Skandinavien auf unserer Route", sagte Alexey Grom. Vom schwedischen Hafen bis zum chinesischen Ankunftsort dauere es etwa 15 Tage. Auf dem Seeweg wären es 60 Tage.

Dennoch habe das Unternehmen die Krise zu spüren bekommen: "Wir hatten etwa 1.500 Waggons abgestellt, die wir einsetzen wollten", sagt der Chef von UTLC ERA. Sie seien nahe der chinesischen Grenze für einen Einsatz bereit gestanden. Inzwischen zeige sich, dass im März die Zahl der Buchungen wieder ansteige und für April sehr hoch sein werde.

"Wir sehen, wie die chinesischen Provinzen nach dem Corona-Virus erwachen", so Grom. "Zum ersten Mal nach drei Monaten haben wir die erste Bestellung aus Wuhan erhalten, dem Epizentrum des Virus. Dort sind die meisten Menschen inzwischen wieder gesund."

Für heuer geht Grom von einem Plus von 15 Prozent aus. "In der Relation von China nach Europa können wir auf unserer Infrastruktur zweimal so viele Güter transportieren wie heute", sagte er zur APA. "Wir haben eine große Reserve." Die Corona-Krise habe auch Positives gebracht: "Den Zuwachs an Kommunikation und Vertrauen, den Zuwachs an Interoperabilität zwischen Ländern, Unternehmen und Menschen."

2019 betrug das Transportvolumen von UTCL ERA 333.021 Containereinheiten (TEU), was einen Anstieg um 19 Prozent gegenüber 2018 bedeutet. Die Strecke zwischen der chinesischen und der europäischen Grenze legen die Containerzüge auf Breitspur in weniger als fünf Tagen zurück, das sind 1100 Kilometer pro Tag.

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