Intermodal wird interoperabel (DVZ) 19/10/21

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Source: DVZ 19.10.2021

 

Intermodal wird interoperabel

Der Kombinierte Verkehr soll den Transportzuwachs aufnehmen – Bereinigung und Ergänzung von Normen können einen Beitrag dazu leisten. (Foto: dpa/EB-Stock)

 

Artikel

von Timon Heinrici

 

 

19. Oktober 2021

Eisenbahnverbände, Normungsorganisationen sowie EU-Institutionen bemühen sich um Bereinigung und Ergänzung von Normen, die Auswirkungen auf den Kombinierten Verkehr haben. Die Internationale Vereinigung für den Kombinierten Verkehr Schiene/Straße (UIRR) und der Internationale Eisenbahnverband (UIC) haben dazu eine breit angelegte Bestandsaufnahme der geltenden Bestimmungen vorgenommen, die „comparative analysis of the combined transport usages and standards“ (CACTUS). 67 Regelwerke mit mehr als 2.000 Seiten umfasst der Bestand insgesamt. Die Initiative dient dazu, den Kombinierten Verkehr durch Vereinheitlichung einfacher zu machen und damit Zugangshindernisse abzubauen. Zeithorizont für entscheidungsreife Dokumente ist Mitte 2022.

Lückenhafte Normung

Mit Containern, Wechselbehältern, Tragwagen, Eckbeschlägen, Greifkanten und dem Prinzip des Wechsels von einem Verkehrsträger auf den anderen erscheint Kombinierter Verkehr den Außenstehenden als Prototyp eines von Normen bestimmten Prozesses. Doch die Analyse deckt auf, dass es auch in dem scheinbar durchrationalisierten System Lücken und Mängel gibt.

Eine Arbeitsgruppe der EU-Agentur für Eisenbahnen (ERA) nahm die einschlägigen UIC-Merkblätter und UIC-„International Railway Solutions“ sowie die EN- und ISO-Normen unter die Lupe. Untersucht wurden auch UN-Verordnungen sowie EU-Rechtsakte und die Technischen Spezifikationen für die Interoperabilität (TSI). UIC und UIRR analysierten die Kodifizierungen, getrennt nach Tragwagen, Ladeeinheiten und Streckennetz. Wagen werden definiert über 68 Parameter, Ladeeinheiten durch bis zu 70 und Strecken durch 8 Parameter.

Referenz in Vorbereitung

Zur Vereinfachung und Ergänzung des Normenbestandes wird der Kombinierte Verkehr als eigenes Kapitel in die TSI aufgenommen. Die Spezifikation beschreibt die Aspekte der Infrastruktur, des Betriebs, der Verkehrssteuerung und des Fahrzeugs, die Einfluss auf die Interoperabilität von Ladeeinheiten im intermodalen Transport haben. Sie wird auch eine Kodifizierung von Ladeeinheiten und Strecken bringen. Die TSI für die Infrastruktur wird um KV-spezifische Parameter ergänzt. Damit lässt sich die Eignung von Strecken für KV-Züge feststellen.

Auf der Website der ERA wird es Leitlinien für den KV sowie eine offizielle Streckenkarte geben. EU-Richtlinien werden ergänzt um Bestimmungen für Sattelauflieger, die im KV befördert werden können. Für Wechselbehälter wird eine für die Instandhaltung zuständige Stelle definiert, wie dies schon für Eisenbahnfahrzeuge Vorschrift ist.

Normen für Sicherheit

Um intermodale Ladeeinheiten sicher zu transportieren, haben UIC und UIRR gemeinsam ein Kodifizierungssystem für Strecken, Ladeeinheiten und Tragwagen geschaffen. Es gewährleistet den sicheren Betrieb von Zügen des Kombinierten Verkehrs innerhalb des Begrenzungsprofils von Eisenbahnfahrzeugen. Alle Transportbeteiligten müssen darum Normen und Regelwerke einhalten.

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