Source: DVZ
Amazon will die Zahl kranbarer Trailer vergrößern
Der Versandhandelsriese möchte in Europa den Kombinierten Verkehr noch stärker nutzen, sagte ein Unternehmensvertreter bei einer Veranstaltung in Brüssel. Mehr Optionen will sich Amazon dabei unter anderem dadurch sichern, dass die Zahl der kranbaren Aufliegern erhöht wird.

Amazon möchte künftig noch mehr Waren in Europa im intermodalen Verkehr transportieren und dafür auch mehr kranbare Auflieger anschaffen. (Foto: Frank Gärtner/Shotshop/picture alliance)
06. März 2026 | von Frank Hütten
Amazon möchte im europäischen Güterverkehr künftig stärker den intermodalen Verkehr nutzen und will sich dafür auch neue technische Optionen erschließen. Das sagte Spyros Kalpogiannis, der bei Amazon Transport Services für intermodalen Verkehr verantwortlich ist, am Freitag bei einer Veranstaltung in Brüssel. Seit dem vergangenen Jahr schaffe Amazon daher auch kranbare Sattelauflieger an. „Wir sind dabei, diese Flotte auszubauen.“
Der aktuelle Firmenfuhrpark von rund 11.000 Standardaufliegern werde mit horizontaler Verladetechnik etwa von VIIA, Cargobeamer oder TX Logistics auf die Bahn umgeschlagen. Amazon versuche, alle aktuellen Möglichkeiten zu nutzen, Standardtrailer auf Züge und Schiffe zu bringen. In manchen Terminals fehle aber der Platz oder die Ausrüstung dafür. „Es gibt auch extrem ausgelastete Terminals, wo die horizontale Verladung eingeschränkt ist“, sagte Kalpogiannis zur DVZ.
Investitionen über mehrere Jahre vorgesehen
Die Nutzung kranbarer Trailer soll dem US-Onlinehandelskonzern Zugang zu mehr als den 500 europäischen Verbindungen eröffnen, die derzeit im intermodalen Verkehr bedient werden. Bei der Aufrüstung der eigenen Aufliegerflotte gehe es um ein mehrjähriges Investitionsprogramm. Konkrete Zahlen könne er nicht nennen, da es auch Limits auf Seiten der Hersteller gebe, sagte der Manager. Amazon nutze bei Bedarf aber auch die Ausrüstung von Partnerunternehmen.
Intermodaler Verkehr seit 2022 mehr als verdoppelt
Die Zahl der Auflieger, die vom Konzern 2025 per Bahn oder per Schiff transportiert worden sei, habe sich im Vergleich zu 2022 mehr als verdoppelt. Es gebe dabei zwei Arten von Verkehren: die zwischen den eigenen Warenhäusern und die Transporte zum Endkunden. Bei Transporten zwischen den Amazon-Lagern sei es einfacher, intermodalen Verkehr zu nutzen, sagte Kalpogiannis. Aber wenn dieser sich rechne oder schneller sei als der Straßengüterverkehr, werde er auch im Vertrieb an die Endkunden gewählt. Zum Beispiel transportiere Amazon zwischen Lyon und Paris Pakete mit dem dort bis zu 320 Kilometer pro Stunde schnell fahrenden TGV-Schnellzug. Es werde geprüft, ob das auch auf anderen Zugstrecken in Frankreich oder in anderen europäischen Ländern möglich sei.
KV-Quote im Transport zwischen Warenhäusern liegt über 35 Prozent
„Im Endkundenversand haben wir 2025 über 170 Millionen Pakete entweder auf dem Seeweg oder auf der Schiene transportiert. Dies entspricht einem Wachstum von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, sagte Kalpogiannis. Beim konzerninternen Verkehr zwischen Warenhäusern würden über 35 Prozent der Transporte von über 500 Kilometern intermodal abgewickelt. „Wir haben einen sehr ehrgeizigen Plan für die Zukunft und wollen hier wachsen“, sagte Kalpogiannis. Konkrete Ziele könne er aber nicht nennen. In der Tatsache, dass Amazon üblicherweise eine Mischung verschiedener Waren verschickt, sieht der Manager kein Hindernis für die Nutzung intermodaler Transportwege.