Das Schweigen der großen Staaten ist unverständlich

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09. Juni 2026 | Ein Meinungsbeitrag von Michael Cordes

 

Malta setzt sich für den Reformvorschlag der KV-Richtlinie ein. Für DVZ-Redakteur Michael Cordes ist es unerklärlich, warum andere EU-Staaten diesem Vorstoß nicht folgen.

Ausgerechnet Malta, ein Land, in dem es keine Eisenbahn gibt, macht sich für die Rettung der Reform der KV-Richtlinie stark. Respekt. Und was ist mit Österreich, Polen, Frankreich oder Italien? Ach ja, Deutschland gibt es ja auch noch. Alles Staaten, denen daran gelegen sein müsste, dass der Kombinierte Verkehr wächst. Um die Klimaziele im Verkehr zu erreichen. Um für den drohenden Lkw-Fahrermangel eine Alternative zu bieten. Um stark belastete Brücken nicht noch mehr Verkehr auszusetzen.

Aber all diese großen Staaten haben sich nicht zu Wort gemeldet, als es darum ging, Bewegung in die stockenden Verhandlungen rund um KV-Richtlinie reinzubringen. Vielleicht sind diese Staaten nicht zufrieden mit den Reformvorschlägen und haben deshalb auf stumm geschaltet.

 

KV-Richtlinie kann wichtige Impulse geben

So kann man jedoch keine Politik machen. Warum will niemand die Lokomotive spielen – das kleine Malta mal ausgenommen – und sich vor den Reformzug spannen lassen? Bedarf an Ideen für neue Anreize zur KV-Nutzung gibt es genug. Zudem hinkt der Sektor bei der Digitalisierung dem Lkw hinterher. Hier könnte eine KV-Richtlinie wichtige Impulse liefern. Probleme löst man nicht, indem man sich wegduckt, sondern indem man sie anpackt.