Die Zahl der im Kombinierten Verkehr transportierten Sendungen ist 2025 mit 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr genauso stark gewachsen wie die europäische Wirtschaft. Ein besseres Ergebnis verhinderte laut dem internationalen Branchenverband UIRR unter anderem der Rückgang des Transportvolumens in Deutschland.
22. Mai 2026 | von DVZ Redaktion
Der Kombinierte Verkehr (KV) hat in Europa 2025 deutlich weniger zugenommen als im Jahr zuvor. Wie der internationale Verband für den Kombinierten Verkehr Straße-Schiene (UIRR) mitteilte, transportierten seine Mitgliedsunternehmen im vergangenen Jahr 1,5 Prozent mehr Sendungen als 2024. Das Wachstum entspreche damit dem des EU-Bruttoinlandsprodukts. 2024 war allerdings eine Zunahme um 5,19 Prozent gemeldet worden. Auch das Wachstum bei den Tonnenkilometern fiel 2025 mit 2,2 Prozent deutlich schwächer aus als im Vorjahr (8,41 Prozent).
UIRR-Direktor Ralf-Charley Schultze sprach von einem „schwierigen und herausfordernden“ Jahr, in dem der KV immerhin mit dem allgemeinen Wirtschaftswachstum Schritt gehalten habe. „Hätte es in Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern nicht exzessive Störungen gegeben, hätte das Ergebnis sogar noch besser ausfallen können“, sagte er zu der bei der UIRR-Hauptversammlung vorgestellten Bilanz.
Die Generalsanierung in Deutschland mit monatelangen Streckensperrungen und einem unzureichenden Angebot an Umleitungsstrecken trieb die Kosten vieler KV-Operateure deutlich nach oben und bedrohte deren Existenz, sagte der noch bis zum Jahresende amtierende UIRR-Vorsitzende Michail Stahlhut. „Umwege von 500 Kilometern, hauptsächlich auf ausländischen Strecken mit hohen Zusatzkosten, können die Transportzeit um zwölf Stunden verlängern. In der Konsequenz sind das Material der Operateure und die Fracht der Kunden für einen zusätzlichen Tag gebunden.“
Britta Weber wurde ins Board of Directors gewählt
Ausgeglichen worden seien die Volumenverluste in Deutschland etwa durch eine „sehr starke“ Aufwärtsentwicklung des Kombinierten Verkehrs in Frankreich, teilte die UIRR mit. Dort habe der Bau neuer Terminals es ermöglicht, neue Verbindungen anzubieten.
Die Hauptversammlung der UIRR habe das Ausscheiden von Michail Stahlhut aus dem Board of Directors zur Kenntnis genommen. Sie wählte Britta Weber, Stahlhuts Nachfolgerin an der Spitze der Hupac Group, zum 1. Juli 2026 zum neuen Mitglied des Verbandsgremiums.